21. Kindererholung in der Rhön: Kinder aus Shitkowitschi spielen, spielen, spielen

Viel Spaß für die Kinder beim Schaukeln...

03.08.12 - Wollbach - Nach der großen Anreise aus Weißrussland hieß es für die 59 Gastkinder am Wochenende erst einmal „Ankommen, zur Ruhe finden, sich eingewöhnen bei den Gasteltern und deren Familien.“ Das ist inzwischen recht gut gelungen, wie Stefan Zehfuß beim Spielefest berichtete. Auf dem Plan standen zwar 60 russische Kinder, eines davon war kurz vor der Abreise nach Deutschland krank geworden und musste zurückbleiben. Natürlich kämpfe das ein oder andere Kind noch etwas mit Heimweh, berichtete der Vorsitzende des gastgebenden Vereins „Kinder aus Shitkowitschi – Hilfe nach Tschernobyl“. Doch das sei völlig normal und schwinde erfahrungsgemäß recht schnell.

„Zum Schluss wollen viele gar nicht mehr zurück“, so seine langjährige Erfahrung. Beim Spielefest in der Sonnenleite von Wollbach gab es natürlich auch viel zu erzählen untereinander. Sind die ersten Tage für Kinder wie Betreuer und Familien immer etwas stressig und nicht ganz leicht, so gäben sich kleine Eingewöhnungsprobleme erfahrungsgemäß aber recht schnell, berichteten hiesige Betreuer. Wie immer wurden die kleinen Gäste von Mitgliedern des rührigen Vereins liebevoll umsorgt. Bei Kuchen und Getränken hatten sich die Mädchen und Buben mächtig viel zu erzählen. Zwischendurch war ausgiebiges Spielen und angesagt. Dass die Unterhaltungen dabei vorwiegend auf  russischer Sprache erfolgten, störte die betreuenden Mitglieder des Vereins herzlich wenig. Mit zahlreichen Veranstaltungen und gemeinsamen Unternehmungen will der Verein mit dem Vorsitzendem Stefan Zehfuß an der Spitze Mädchen und Jungen aus der von der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl einen echten Erholungsaufenthalt bieten.

Das Unglück geschah zwar bereits 1986, doch vergessen ist es noch lange nicht. Das darf es auch nicht. Sind doch die verheerenden Folgen besonders für die unschuldig leidende Bevölkerung vor Ort nach wie vor gravierend. Sich so fern von zu Hause und allen Gewohnheiten bei uns in der Fremde einzugewöhnen, fällt den meisten Kindern erstaunlich leicht, wissen die Betreuer. Gegen gelegentliches Heimweh helfen Gespräche, wenn es denn einmal gar so schlimm ist, wird schon einmal nach Hause telefoniert. Das helfe immer. Immerhin läuft gerade die 21. Kindererholung in der Region. Inzwischen profitierten schon 1.620 Kinder von den Aufenthalten hier. Und den meisten Kindern gefällt es hier prima, erzählen die Betreuer bereitwillig. Schließlich werden die Kinder reichlich verwöhnt. Dabei sollen sie wenigstens für drei Wochen Urlaub ihr trauriges Schicksal zuhause vergessen. 

Nach den vielen neuen Eindrücken der letzten Tage sollten die Kinder zwar zusammen sein, sich aber nach Lust und Laune miteinander vergnügen. Nur wenig Animation und Anweisungen waren nötig, niemand wurde zu etwas gezwungen. Spiel und Spaß standen eindeutig im Vordergrund, was alle auf dem schönen und gut eingerichteten Spielplatz in Wollbach so richtig zu nutzen verstanden. Nun wartet noch ein dichtes Veranstaltungsprogramm auf die Gäste, mit Ausflügen in die Region und Schwimmbadbesuchen, bevor es am 11. August schon wieder zurückgeht. Selbst nach dieser kurzer Zeit haben die Kinder noch lange Zeit zu zehren vom Urlaub bei uns“ sind sich Zehfuß und alle Betreuer aus Erfahrung einig.(ger)+++


...Sackhüfen...

oder mit dem Ball.

Fotos: Gerlinde Partl

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