 08.07.12 - FULDA - "Der Mythos lebt", "Fulda ist geil", "Wir kommen wieder", "Sowas hat es in Europa noch nie gegeben" - das ist die klare Botschaft der Teilnehmer nach der Panoramafahrt am Samstag durch die Rhön. 104 Ferraris - am Freitagabend waren es noch 94 - kamen an diesem Wochenende nach Fulda. Viele "Rote", aber auch schwarze und gelbe Sportwägen - darunter auch Raritäten wie der F40 (gebaut zum 40-jährigen Firmenjubliäum) und ein 16M Spider (davon gibt es nur 499 Exemplare). Ihre Besitzer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: sehr zufrieden. Das exklusive und bei den Ferraristi sehr begehrte Esperanto-Ferraritreffen hat sich zu "einem Muss" in der Szene der Luxuskarossen etabliert. "Einmalig" nicht nur wegen der "familiären Organisation", sondern auch weil eine Polizei-Eskorte die Tour begleitet, meinten viele Ferrari-Besitzer gegenüber "osthessen-news". Auch Petrus meinte es gut mit den "flotten Flitzern" und bescherte außer ein paar Tropfen herrliches Wetter und Sonnenschein.
Der Höhepunkt der knapp 190 Kilometer-Ausfahrt: ein "Boxenstopp" auf Hessens höchstem Berg - genauer gesagt direkt am Radom. Vor allem für die tausenden Menschen und Motorsportfans, die in den Ortschaften am Straßenrand standen oder zur Pauluspromende, auf die Wasserkuppe oder zum Hotel Esperanto kamen, war der Ferrari-Samstag ein besonderer Tag. Viele winkten mit roten Ferrari-Fahnen, jubelten, machten Erinnerungsfotos - sie bestaunten und bewunderten die italienischen "Nobelschlitten". Die Besitzer der Wagen - deren Preis so ab 150.000 Euro nach oben unbegrenzt ist - waren keineswegs "abgehoben", sondern freundlich und zuvorkommend, wenn die Fans Fragen hatten.
Besonders hoch müssen die Herzen der vom Ferrari-Virus-Infizierten geschlagen haben, als die Panoramafahrt pünktlich um 10:30 Uhr auf der Pauluspromenade startete. Ohrenbetäubende, aber schöne Geräusche - so wie man sie sonst nur von der Formel 1 kennt - hallten durch das Barockviertel. Ein traumhafte Kulisse vor dem Dom, denn wann hat man schon mal die Gelegenheit so viele Ferraris auf einem Fleck zu sehen. Zuvor hatte Pfarrer Dr. Jürgen Klein den Reisesegen mit Gebet und Weihwasser an die Menschen ausgeteilt. Dann das "Sahnestückchen" des dreitägigen Events: die Tour durch das Hünfelder Land, die Hochrhön und den südlichen Kreis Fulda mit dem Ziel Esperanto.
Allerdings: es gibt auch Menschen, die diese Begeisterung für Ferrari nicht nachvollziehen können und an diesen "Rundfahrten" massive Kritik üben. "PS-Boliden dröhnen die Rhön zu" ist ein beliebter Spruch, der aber dann auch oft in Verbindung etwa mit dem jährlich einmal stattfindenden Harley-Treffen benutzt wird. Doch nicht überall trifft diese Kritik auf Zustimmung: im Gegenzug wird auch auf die Wirtschaftskraft und den Werbeeffekt für die Region verwiesen. Außerdem meckere niemand, wenn an schönen Wochenenden etwa die Wasserkuppe wegen tausender Touristen "überlaufe".
Völlig unabhängig von dieser Diskussion zog Polizei-Einsatzleiter Walter Schmitt am Samstagabend eine positive Bilanz: "Die Ferraristi sind sehr diszipliniert gefahren - und vor allem unfallfrei. Jeder hat sich an unsere Vorgaben (Einhaltung der Straßenverkehrsordnung) gehalten. Und meine Motorradfahrer haben einen guten Job gemacht - ich bin sehr zufrieden." Aus Sicht von Organisator und Esperanto-Geschäftsführer Martin Gremm lief "alles bestens". "Es ist schon beeindruckend wie viele Ferraribegeisterte es in der Region gibt und wie die Menschen den Mythos miterleben. Es ist wie in einer anderen Welt." Das Thema "Verkehrssicherheit" liegt dem Veranstalter - wie er selbst sagte - "sehr am Herzen". Deshalb waren auf der Strecke 25 Mitarbeiter zur Absicherung eingesetzt.
Und so wird es auch in 2013 nach dem diesjährigen großen Erfolg wieder eine "Scuderia Esperanto" geben. Denn wie sagten doch viele Teilnehmer: "Der Mythos lebt", "Fulda ist geil", "Wir kommen wieder". (Christian P. Stadtfeld) +++ 
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