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"Der Brandner Kasper“ beim Mundarttheater Franken

11.06.12 - Fladungen - Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Mundarttheater Franken hatte für den 14. Unterfränkischen Mundarttag am Sonntag wieder eine ganze Reihe von Akteuren gewinnen können, die ganz nach der Devise „Theater und süsst wos“ für ein vielseitiges Programm mit Beiträgen unterschiedlichster Couleur sorgte. Im Museumsgasthof „Zum Schwarzen Adler“ im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen wurde den ganzen Nachmittag nonstop vergnügliche Unterhaltung bereitet und die Besucher, die in Scharen gekommen waren, hatten ihre helle Freude.

Mundartveranstaltungen verzeichnen einen regelrechten „Boom“, wie der Vorsitzende der ARGE, Manfred Zirkelbach immer wieder feststellen kann. Auch der alljährliche von der ARGE in Zusammenarbeit mit der Bezirksheimatpflege ausgerichtete Unterfränkische Mundarttag erfreut sich von Jahr zu Jahr steigender Beliebtheit, so war am Sonntagnachmittag im großen Tanzsaal des historischen Museumswirtshauses, der wieder ein zünftiger Schauplatz für die Veranstaltung war, zeitweise überhaupt kein Plätzchen mehr zu bekommen, derart groß war der Andrang.
Fladungens Bürgermeister Robert Müller schaute gleich zu Beginn vorbei und wollte es nicht versäumen, die Akteure und Besucher willkommen zu heißen. Die regionalen Dialekte, die auch in der Rhön von Ort zu Ort verschieden ausgeprägt sind, dürfen nicht verloren gehen, die Mundart gehöre zum Brauchtum dazu, sie zu pflegen sei besonders wichtig, befand das Stadtoberhaupt, dessen Dank all denjenigen galt, die sich so engagiert diesem heimatlichen Aspekt annehmen. Müller dankte ebenso wie Museumsleiterin Dr. Sabine Fechter allen voran Manfred Zirkelbach für sein Engagement.

Museumsleiterin Dr. Fechter stellte begeistert fest, dass von den bisher 14 Unterfränkischen Mundarttagen nunmehr der zwölfte in Fladungen stattfinden sollte und die Veranstaltung inzwischen Besucher aus den entferntesten Winkeln der Region in den nördlichsten Zipfel Unterfrankens lockt. Dr. Fechter sprach von der Sprache als besonderem Kulturgut, dessen Bewahrung auch dem Freilandmuseum als eine Art „Rettungsort“ nicht nur für alte Bau- und Sachkultur, sondern auch für Brauchtum ein großes Anliegen ist, und sie lobte, wie vielfältig sich das Programm an diesem Nachmittag der Mundart widmen wollte. Das Augenmerk des Unterfränkischen Mundarttags liegt auf der Vielfalt der kulturellen Angebote auf dem Gebiet der Mundart und der Volkskunst. So standen eigentlich auch Tanzdarbietungen auf dem Programm. Leider hatten die Volkstanzgruppen aus Salz und Fladungen kurzfristig absagen müssen, das tat angesichts des „proppenvollen“ Spielplans der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Die Besucher erwartete ein regelrechtes Mundartfestival. Schlag auf Schlag jagte ein Programmpunkt den anderen, bis in die frühen Abendstunden war mit Musik, Gesang, Theater und Lesungen für vergnügliche Stunden gesorgt. Die verschiedenen Gruppen und Einzelakteure verstanden es vorzüglich fränkischen Frohsinn zu verbreiten und die Besucher mitzureißen. Manfred Zirkelbach moderierte den abwechslungsreichen Reigen der Darbietungen mit Rhöner Witz und Charme und Helmut Handwerker aus Unterelsbach unterhielt in den Zwischenpausen mit seiner „Quetschkommode“.

Das Waldberger Gesangsduo „Owanning“ spielte auf und führte die begeisterten Zuhörer in den Dialekt der Walddörfer ein, der „Lubber“ aus Sandberg unterhielt dazwischen mit heiteren Geschichtlich, die Damen von „Kaufmannsware“ aus Weisbach boten zünftig „Mussigg“ und Gesang, Ilse Jurisch aus Sennfeld hatte lustige, aber auch nachdenkliche Gedichte und Geschichten in „Schweiferter“ Mundart mitgebracht und Veronika Klose aus Greßthal gab Geschichtlich in „Grasselder“ Dialekt zum besten. Die Theatergruppe der DJK Wegfurt zeigte dem begeisterten Publikum Szenen aus ihrer Inszenierung vom „Brandner Kasper“ und die Theaterleute des Rhönklub Unterelsbach spielten „Die Beschwerde“, ein Kurzstück von Albert Handwerker. Immer wieder gern gesehene Gäste waren die beiden Grabfeld-Urgesteine „Gotthold & Eustach" - Martin Wachenbrönner und Fredi Breunig von der Theatergruppe Großeibstadt, die mit dem Sketch „Der Idiotentest“ die Lacher auf ihrer Seite hatten.
Zum ersten Mal beim Mundarttag dabei waren und feierten einen gelungenen Einstand die „Nurdemer Laienbühne“ mit dem Kurzstück „Die fromme Helene“, Rita Fuldsche aus Neubrunn mit Geschichten aus dem Grabfeld und Jürgen Leimeister aus Bischbrunn, der kleine Erzählungen aus dem Spessart vortrug.+++

Ilse Jurisch las Gedichte und Geschichten in „Schweifeter“ Mundart.

Zum ersten Mal beim Unterfränkischen Mundarttag war die Theatergruppe aus Nordheim dabei und wusste gleich zu begeistern.

Unterricht im Dialekt der Walddörfer erteilte das Duo „Owanning“.

Rita Fuldsche unterhielt mit Geschichten aus dem Grabfeld.

Manfred Zirkelbach und Helmut Handwerker (v.l.) luden die Besucher des Mundarttags zum fröhlichen Mitsingen ein.


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