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Mühlentag im Fränkischen Freilandmuseum lockte wieder viele Besucher an

29.05.12 - Fladungen - Am Pfingstmontag zum traditionellen deutschen Mühlentag war das Fränkische Freilandmuseum in Fladungen Anziehungspunkt für viele Besucher. An diesem Tag waren beide Museums-Mühlen in Betrieb und es gab wieder ein  Begleitprogramm für Jung und Alt. In die Ressmühle und die Ölschlagmühle war wieder Leben eingekehrt. Museumsmitarbeiter hatten die Mühlwerke in Gang gebracht und standen als Ansprechpartner rund um die Mühlentechnik zur Verfügung. Dabei konnten die Besucher auch mehr über das Müllerhandwerk erfahren, das einst ein sehr angesehener Beruf war – schließlich kam dem Müller als Mehllieferant für das Grundnahrungsmittel Brot eine besondere Bedeutung zu. In Franken waren Mühlen weit verbreitet. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es hier noch mehr als 5.000 Mühlen, heute sind es nur noch einzelne Mühlen, die noch unterhalten werden. Die Ressmühle ist das einzige Ausstellungsgebäude, das nicht in das Museumsgelände versetzt worden ist und sich an seinem angestammten Platz befindet.

Die 1802 erbaute und nach ihrem letzten Besitzer benannte Getreidemühle war eine von insgesamt fünf Fladunger Mühlen. Seit 1905 ist sie außer Betrieb. Grund war die fehlende Wasserkraft, denn nach Kanalbaumaßnahmen versickerte der Bach im neuen Kanal. Heute sorgen das Mühlengetriebe und die beiden Schrotgänge aus einer Stockheimer Mahlmühle und das rekonstruierte, oberschlächtige Wasserrad für einen funktionsfähigen Betrieb der Mühle, die zu ihrer Zeit mit einem Mahlgang rund sieben bis acht Zentner Getreide geliefert hat.   Bei der zweiten Mühle im Museum handelt es sich um die Ölschlagmühle, die aus Wiesthal im Spessart nach Fladungen umgesetzt wurde. Während die Ressmühle von einem oberschlächtigen Mühlrad angetrieben wird, wird die aus dem Jahr 1833 stammende Ölschlagmühle von einem unterschlächtigen Mühlrad unterhalten. Die Mühle diente bis 1951 zur Herstellung von Speiseöl aus Raps und in schlechten Zeiten auch aus Bucheckern. Aber auch Öle aus Lein- oder Flachssamen, aus Hanf oder Mohn konnten gewonnen werden, sie waren der Grundstoff für Brenn- oder Schmiermittel und für die Seifenherstellung.  

Die Mühlen faszinierten große und kleine Besucher gleichermaßen. Eine weitere Attraktion für die ganze Familie war am Mühlentag die Märchenstunde mit Heidi Andriessens. Passend in Müllertracht gekleidet, empfing die Märchenerzählerin die  Besucher auf dem Dachboden der Ressmühle und zog Jung und Alt mit ihren Müllergeschichten in den Bann.   Die jungen Museumsgäste waren schließlich auch dazu eingeladen, sich als Baumeister zu betätigen und aus Holzteilen selbst ein kleines Wasserrad zu bauen, um dies dann im Kehlbach laufen zu lassen. Die Kinder steckten schnell auch die Erwachsenen mit ihrer Bastelfreude an und so wurde tüchtig gemeinsam gewerkelt.  

Auf den Fotos: Ressmühle Am Mühlentag war in die Fladunger Ressmühle Leben eingekehrt und es wurde wie früher Getreide gemahlen. Märchenerzählerin Heidi Andriessens unterhielt die großen und kleinen Museumsbesucher mit Müllergeschichten. Das Bauen der kleinen Wasserräder war ein Spaß für die ganze Familie. Im Kehlbach konnten die Kinder ihre selbst gebauten Wasserräder gleich laufen lassen. (Fotos: eva)+++


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