27.05.12 - Termine RHÖN - Flötenmusik in ihrer ganzen Palette hat Hannah Liebler am Samstag, 2. Juni um 19:30 Uhr im Festsaal Kloster Wechterswinkel auf ihrem Programm. Die Flötistin aus Bad Neustadt steht kurz vor dem Abschluss ihres Diplomstudienganges in der Klasse von Ruth Wentorf an der Hochschule für Musik Würzburg. Darüber hinaus erhielt sie im Rahmen von Meisterkursen wichtige Anregungen von renommierten FlötistInnen wie Carin Levine, Felix Renggli, Gaby pas van Riet, Carlo Jans und Robert Aitken. Am Flügel wird sie begleitet von Madoka Ueno, Stipendiatin der Yehudi Menuhin Live Music Now Stiftung und Dozentin an den Musikhochschulen München und Würzburg. Auf dem Programm stehen mit Cinquième Suite in h-Moll aus den 6 Suiten op. 35 von Joseph Bodin de Boismortier und dem Plainsong von Robert Aitken auch zwei Werke für Flöte solo. Weiter erklingen das Konzert Nr. 1 in G-Dur (KV 313) von Mozart, der langsame Satz aus dem Konzert op. 283 von Carl Reinecke, die Fantaisie sur le Freischütz von Claude Paul Taffanel und das Divertimento für Flöte und Klavier von Jean Francaix.
Im Alter von 10 Jahren begann Hannah Liebler mit dem Flötenspiel. Von 2006 bis 2007 erhielt sie einen Platz als Gaststudentin an der Hochschule für Musik in Würzburg bei Ruth Wentorf. Nach ihrem Abitur 2007 besuchte sie für ein Jahr die Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen und erhielt dort Unterricht bei Mathias von Brenndorf. Seit 2008 studiert Hannah Liebler im Studiengang „Diplommusiklehrer“ an der Hochschule für Musik Würzburg in der Klasse von Ruth Wentorf. Am Flügel wird sie begleitet von der aus Tokyo stammenden Pianistin Madoka Ueno. Das künstlerische Diplom erhielt diese 2004 an der Musikhochschule München. Nach zwei Jahren Meisterklasse an der Musikhochschule Würzburg bei Prof. Erich Appel, spezialisierte sie sich am Mozarteum Salzburg durch ein Kammermusik- und Liedgestaltungsstudium welches sie 2011 mit Auszeichnung abschloss. Seit 2011 ist sie Lehrbeauftragte an den Musikhochschulen München und Würzburg. Mit Ihrem 2008 gegründeten Klaviertrio ist sie sehr aktiv und konzertiert - auch solistisch - regelmäßig nicht nur in Deutschland, sondern auch in Japan, Österreich und Italien.
Auf dem Programm stehen bedeutende Werke der Flötenliteratur: Boismortiers Musik ist meist gefällig und mischt italienische und französische Stilelemente. Die fünfte Suite, ursprünglich für Traversflöte solo geschrieben, wird durch ein langsames Prélude eröffnet. Ihm folgen abwechselnd Instrumentalsätze im Stile eines Rondeau (in der Renaissance: Rundgesang mit wiederkehrendem Refrain) sowie Tanzsätzen (Bourée, Gigue) wie sie am französischen Hofe im 16. Jahrhundert getanzt wurden. Der Kanadier Robert Aitken erhielt 1972 den ersten Preis des Internationalen Concours de Flûte für zeitgenössische Musik in Royan und wurde damit schnell einer der größten Verfechter und Förderer der Musik seiner Zeit. Verschiedene Werke für Flöte (z.B. Plainsong für Flöte solo (1977), Concerto für Flöte und Streicher (ein Teil aus Shadows) (1999), Icicle (1977)) gehören unbestreitbar zum gängigen Flötenrepertoire.
Der musikalische Stil von Jean Francaix stand unter dem Motto „faire plaisir“. Er distanzierte sich bewusst von zeitgenössischen Strömungen der Atonalität und des Serialismus und huldigte der Tradition Mozarts, Haydns, Schuberts, Chopins und Ravels. Insgesamt betrachtet reiht sich das Divertimento für Flöte und Klavier in den Charakter seines Gesamtwerkes ein und kann mit den Attributen „witzig“, „frisch“, „spontan“ und „augenzwinkernd“ beschrieben werden. Die Flötenkompositionen Mozarts nehmen eine überragende Stellung innerhalb des gesamten Repertoires ein, da keines der Flötenwerke weltweit häufiger in Konzerten gespielt, auf Tonträgern aufgenommen, als Pflichtstück auf Wettbewerben und Probespielen verlangt oder im fortgeschrittenen Unterricht studiert wird. 1778 entstand das Konzert für Flöte in G-Dur. Kennzeichnend hierfür ist der Wechsel der verschiedenen Ausdrücke vom Majestätischen zum Liebenswürdig-Anmutigen, vom Verspielten zu Schmerzlich-Wehmütigem, vom Zärtlichen zum Traurigen.
Der französische Flötist, Dirigent und Komponist Paul Taffanel war sicherlich der berühmteste Flötist und Lehrer in Europa im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Den Stil des heutigen Flötenspiels und unser Repertoire verdanken wir zu einem großen Teil ihm. Die Fantaisie sûr le Freischütz greift verschiedene Themen der romantischen Oper von Carl Maria von Weber op. 77 auf. Es handelt sich dabei um drei Arien der Oper (Agathes „Leise, leise fromme Weise“, das Cello-Solo aus Max´ Arie im 3. Akt/ Finale und Ännchens Arie „Kommt ein schlanker Bursch gegangen“), die jeweils zu virtuosen Passagen weiterentwickelt werden.
Kartenvorverkauf bei Tourismus GmbH Bayerische Rhön, Spörlenstr.11 in Bad Neustadt, Tel. 09771/94-670. Eintrittspreis: VK 10 Euro (auch telefonisch möglich), AK 12 €, Schüler 6 Euro. +++
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