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Ehemaliges Pfarrhaus wird Dorfzentrum und Anlaufpunkt für Wallfahrer

26.07.12 - Sandberg-Waldberg - Das Waldberger Pfarrhaus wurde in den vergangenen Monaten zu einem Zentrum für die Pfarrgemeinde und die  Wallfahrer umgestaltet. Das Gebäude wird künftig der Waldberger Bevölkerung als Dorfzentrum zur Verfügung stehen und zugleich für  durchziehende Wallfahrer eine Anlaufstelle sein. Es wurden Sanitäranlagen geschaffen und die Platzgestaltung entsprechend  vorgenommen, dass auch große Gruppen aufgenommen werden können.

Das Pfarrhaus samt Nebengebäude wurden 1935 hinter der Kirche von der  Bevölkerung errichtet. Zu dem Anwesen gehört ein großer Pfarrgarten. Bis 1980 wurde das Haus von den Ortspfarrern bewohnt und von der  Kirchenstiftung instand gehalten. Von 1983 bis 2007 war es vermietet.  Seither stand es leer. Der Pfarrgemeinderat machte sich über die weitere Verwendung Gedanken.  Zunächst stand der Verkauf zur Debatte, um die Belastungen für den  Bauunterhalt zu reduzieren. Später wurden Überlegungen über einen Umbau  und die Neugestaltung des Pfarrgartens als Anlaufpunkt für Wallfahrer,  aber natürlich auch zur Nutzung für pastorale Zwecke und die  einheimische Bevölkerung gemacht.

Durch Waldberg ziehen traditionell viele Wallfahrergruppen auf dem Weg  zum Kreuzberg. Jährlich rasten hier mehrere tausend Menschen vor dem  steilen Anstieg zum Kloster. Eine Verpflegungsstation sowie angemessene  Toilettenanlagen für die Wallfahrer fehlten bislang aber. So wurde der  Aspekt der Bewirtung der Wallfahrer in das Konzept mit aufgenommen. Bei einer Begutachtung im Jahr 2008 kam das Baureferat der Diözese zu  dem Fazit, das Haus sei sanierungswürdig. Es sollte ein Nutzungskonzept  erstellt werden, voraussichtliche Kosten ermittelt und ein  Finanzierungsplan aufgestellt werden. Ein Architekturbüro wurde  beauftragt, die Vorarbeiten zu erstellen. Da keine Baupläne mehr  existieren, wurde das Gebäude von Mitgliedern der Kirchenverwaltung neu  vermessen. Das Amt für ländliche Entwicklung sah 2008 zunächst keine Möglichkeit  zur Bezuschussung. Auch ein Anfang 2009 gestellter Antrag wegen  Berücksichtigung im Konjunkturpaket II blieb ohne Erfolg.

Im März 2009 beschloss die Kirchenverwaltung Waldberg, das Pfarrhaus  umzubauen und zu sanieren. Der Pfarrgarten soll teils überdacht werden  und als Rastplatz für die Wallfahrer dienen. Eine Toilettenanlage soll  gebaut werden. Eine finanzielle Obergrenze wurde festgelegt. In einem Gesprächskreis mit Vertretern von Kirchenverwaltung,  Pfarrgemeinderat, Vereinen und politischer Gemeinde, an dem Landrat  Thomas Habermann teilnahm, wurde die Unterstützung des gesamtes Dorfes  deutlich. Habermann sicherte zu, sich für finanzielle Mittel auf  Landesebene und von der EU einzusetzen. Bei einer weiteren Besprechung  sicherte das Amt für ländliche Entwicklung doch Förderung zu. Durch die Umgestaltung des ehemaligen Pfarrgartens und den Bau einer  Toilettenanlage könne die Situation der Wallfahrer erheblich verbessert  werden, war sich Pfarrer Dr. Andreas Krefft von Anfang mit den  Verantwortlichen der Kirchenstiftung einig.

Das Pfarrhaus und der Pfarrgarten sollen außerdem für zahlreiche  pastorale Aktivitäten für alle Generationen wie Kinder- und  Seniorennachmittage oder Gesprächs- und Bibelabende genutzt werden. So ist im ehemaligen Pfarrhaus ein ebenerdiger Gruppenraum mit einer  kleinen Küche entstanden. Eine gut 100 Quadratmeter große überdachte Bühne bietet sich für  Veranstaltungen geradezu an. Seitlich ist eine 75 Quadratmeter große  überdachte Fläche entstanden, die für die Rast der Wallfahrer genutzt  werden kann. Nachdem das Gebäude von Waldberger Bürgern in Eigenleistung entkernt und  der Anbau abgerissen wurde, wurde das Dach erneuert. Es folgte der  Innenausbau, komplett neue Elektro- und Wasserleitungen waren zu  verlegen, natürlich wurde auch eine neue Heizung eingebaut. Ein Anbau  für die Sanitäranlagen wurde erstellt. Pünktlich zur Einweihung am Sonntag, 29. Juli ist auch die Außenanlage  fertig gestellt worden. Ein weiteres Fest wird es am 21. August geben,  wenn die Würzburger Wallfahrt sich zum 65. mal jährt.   

Programm zur Einweihung

Die Einweihung des Dorfzentrums Waldberg findet am Sonntag den 29. Juli  statt. Um 10 Uhr beginnt der Festgottesdienst mit Weihbischof em. Helmut  Bauer unter Mitwirkung der Waldberger Wirtshaussänger in der Kirche St.  Josef. In Anschluss erfolgt die Einweihung des Dorfzentrums. Hier gibt  es um 12 Uhr Mittagessen, ab 14 Uhr Spezialitäten vom Grill sowie Kaffee  und Kuchen. Ein Rahmenprogramm sorgt am Nachmittag für Unterhaltung. Um  13:30 Uhr findet eine Aufführung des Kindergartens Waldberg. Ab 14:00  Uhr gibt es Kinderprogramm im Kindergarten. Um 15:30 Uhr werden  „Owanning“ und „Lubber aus Saand“ ihre Auftritte haben. Um 16:30 Uhr und  17:30 Uhr findet die Vorführung des Originalfilms „300 Jahre Waldberg“  und um 18:30 Uhr sorgt Ulli Kiesel für Unterhaltung. Die musikalische  Unterhaltung übernehmen ab 14:30 Uhr die Rhönmusikanten Waldberg und ab  17:30 Uhr die Sandberger Musikanten. (me) +++


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