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Welt gerechter gestalten - Eine Welt Laden mit hohen Zielen feiert Jubiläum

10.07.12 - Firmen-News - Die Welt etwas gerechter gestalten – das war das Motiv für die Gründung des Eine-Welt-Laden-Vereins im Mai 1992 in Bad Neustadt. Am Samstag feierte der Verein im Alten Amtshaus sein 20jähriges Bestehen mit einer Vielzahl von Aktionen.    

„Bio", „Regional" und „Fair". – Diese drei Stichwort hat sich der Eine-Welt-Laden auf die Fahnen geschrieben, wie Clara Maiwald als Sprecherin des Vereins den Besuchern des Festes erklärte. Im oberen Stock informierten Ausstellungen zu ökologischen Themen, der Bund Naturschutz war ebenso vertreten wie Amnesty International, Oiko-Credit, die Tauschbörse Fastrada und ein Stand mit dem neuen Regionalgeld des Grabfelders. Im Erdgeschoss gaben sich Musikgruppen ein Stelldichein, Tänze begeisterten ebenso wie Musik aus der so genannten dritten Welt. „Wir sind immer bestrebt, auch mit kleinen Ansätzen etwas zum Guten zu bewegen", erklärte Sprecherin Clara Maiwald. „Und das immer in der Hoffnung und dem Ziel, eines Tages überflüssig zu werden."

Das große Tor zum Alten Amtshaus war weit geöffnet, damit Musik und Trommelwirbel die Feierstimmung hinaus auf die Straße tragen und so eine Vielzahl von Besuchern anlockten konnte. Besonders auffällig stach der Stand mit dem Partnerschaftskaffee aus Kolumbien ins Auge. „Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass sondern Gleichgültigkeit", verkündete er in großen Lettern. Seit vielen Jahren schon unterstützt der Eine-Welt-Laden in Bad Neustadt die Stiftung „Weg der Hoffnung" in Villavicencio in Kolumbien. Mit jedem verkauften Päckchen Bad Neustädter Partnerkaffee wird nicht nur dem Kleinbauern dort angemessen geholfen. Mit dem Preis unterstützt der Käufer gleichzeitig auch mit einem kleinen Solidarbeitrag je Kilogramm Kaffee ein Hilfsprogramm, das sich hauptsächlich für arme Kinder und Jugendliche einsetzt.

Stiftungsvorstand Wolfgang Hock hatte mit der heutigen Ordensschwester Rocio (23) und dem Studenten Walter Mejia (18) zwei junge Menschen mitgebracht, die selbst in Waisenhäusern der Aktion aufwuchsen und alleine durch Spenden eine neue Zukunftsperspektive erhielten. Sie waren stellvertretend für derzeit etwa 1.200 jungen Menschen gekommen, die in Kolumbien durch deutsche Initiative geholfen wird. Die beiden bereicherten den Tag mit Original-Tänzen ihrer Heimat.    Die vom Aschaffenburger Pfarrer Josef Otter (Padre José) gegründete Initiative wird durch den Verkauf des Partnerkaffees in Bad Neustadt unterstützt. Er starb im Jahr 2006, seine Initiative wird heute von Wolfgang Hock (Johannesberg) fortgeführt. Kolumbien gilt als „grausam schön". Die Stiftung setzt sich ein für Kinder, die verletzlichsten Opfer des schon fast einem halben Jahrhundert währenden Bürgerkriegs zwischen Militär und Guerilla, für ihr Überleben, ihre Bildung und Entwicklung. Statistisch leben fast 70 Prozent der Kolumbianer in Armut, jeder vierte in absoluter Armut, berichtete Hock.

Es gibt drei Millionen Vertriebene im eigenen Land, 30.000 Menschen sterben jährlich an Kriegsfolgen. „Hinter diesen Zahlen steckt unsagbares Leid." In zwei Kindertagesstätten mitten in den Armenvierteln erhalten mehr als 550 Kinder aus größter Not Nahrung, Kleidung, Gesundheitsversorgung, Zuwendung und Förderung. Sie zählen zwischen sechs Monaten bis sechs Jahre, es sind geliebte Kinder, fasste Hock zusammen. Und es ist ein Weg der Hoffnung auch für die Allerärmsten. Denn in den Kinderheimen dort finden neben den gesunden derzeit auch 120 behinderte Kinder Aufnahme, Pflege und Versorgung. Kinder aus Flüchtlingsfamilien kommen oft nur mit dem nackten Leben davon, die Stiftung sorgt für Schulbesuch und Bildung. „Das Alphabet und das Einmaleins haben mehr Menschen vor dem Hunger bewahrt, als alles, was der Mensch sonst noch für sie erfunden hat." Aus dem anfänglich bescheidenen Programm sind inzwischen zwei Stiftungen hervorgegangen, die kolumbianische Stiftung „Camino de la Esperanza" und die deutsche Stiftung „Weg der Hoffnung". Letztere finanziert ausschließlich aus Spendengeldern die Projekte der kolumbianischen Stiftung. Die Menschen würden oft danach fragen, warum die deutschen Freunde so großherzig helfen. Ihre Dankbarkeit gilt allen Menschen, die so wirksam Leid lindern und Gesundheit schenken, betonte Hock. Wer helfen möchte, Spenden sind möglich unter Kontonummer 97.20.00 und Kontonummer 20.20.10 bei der Sparkasse Aschaffenburg, Bankleitzahl 795.500.00 sowie bei der Raiffeisenbank Aschaffenburg, Kontonummer 84.84.84, Bankleitzahl 795.625.14 und bei der Sparkasse Miltenberg-Obernburg, Kontonummer 43.00.273.00, Bankleitzahl 796.500.00.+++


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