24.06.12 - Bad Neustadt - Ein nettes Abendprogramm entwickelte sich beim Burn-out-Symposium in der Psychosomatischen Klinik mit Gesang und Klavier. Nach zögerlichem Anfang beteiligten sich auch zunehmend Gäste an der kunsttherapeutischen Gemeinschaftsarbeit unter dem Thema „Noten tönen, Farben klingen“. Sabine Kühlich, Gesang und Saxophon, sowie der Mann am Klavier, Dirk Schaadt, begeisterten die Zuhörer von Beginn an. Kühlich entdeckte im zarten Alter von sechs Jahren das Klavier, wechselte mit 15 zum Saxophonspiel, nach dem Psychologie-Diplom setzte sie ihre Liebe zum Jazzgesang in die Tat um: Musik-Studium in Köln, Maastricht, Amsterdam, New York. Seit 2006 unterrichtet sie als Dozentin Jazzgesang/Vocal Skills am Conservatorium Maastricht, gewann die Montreux Jazz Voice 2008, gab Konzerte in Europa, Asien, Nord- und Südamerika. CD-Produktionen, Workshops und Touren mit der Bebop-Legende Sheila Jordan und NY-Mr. Groove Adam Rafferty. Seit 2009 arbeitet sie auch als wissenschaftliche Angestellte an der Hochschule Zuyd Maastricht – Forschung zu Physiologie und Sound mit dem Ziel der Promotion im europäischen DocArtes-Programm.
Dirk Schaadt hat sein Herz der Hammond-Orgel verschrieben. Er studierte es als Hauptfachinstrument am Conservatorium Enschede (NL) und dem ArtEZ Conservatorium Arnhem, Enschede, Zwolle (NL), unter anderem bei John Hondorp, Dr. Lonnie Smith, Larry Goldings und Joey Defrancesco. Auftritte mit namhaften holländischen und internationalen Künstlern wie Sister Sledge, Johnny Logan, Nippy Noya oder den niederländischen „Superstarts“ oder als Sideman auf europäischen Festivals mit einer „Next Generation“-CD der Zeitung Jazzthing. Dirk Schaadt lebt und arbeitet in Köln, schreibt Testberichte für das Online-Musikermagazin „bonedo.de“, komponiert groovy Songs und tourt im Moment mit der X-Factor-Gewinnerin „Edita“ durch Europa. Unter Anleitung von Thomas Wirth, Kunsttherapeut aus Burgebrach, entstand ein gemeinschaftliches, ungegenständliches Bild. Spontan Gefühle ausdrücken mittels Farbe war gefragt: Resonanz für und mit Körper und Geist „Stresssituationen sind geprägt von einseitiger Fokussierung und Überlastung, welche die Selbstwahrnehmung einschränken.
Die Wahrnehmung eigener Bedürfnisse und der eigenen Befindlichkeit kommt oft zu kurz. Im Gestalten selbst und in Resonanz mit den gestalterischen Materialien wird ein tieferes leiblich-sinnliches Wahrnehmen möglich“, so Wirth. Ausgehend von einem Vortrag, der das „Burn out“ als gesellschaftliches Phänomen beleuchtet, stand am Samstag unter dem Titel „Ärzte brennen niemals aus“ der Beruf Arzt im Mittelpunkt, der wie kaum ein anderer mit einem enormen Erwartungsdruck verbunden ist. „Wer für etwas brennt, kann nicht ausbrennen“, so die eher lapidare Feststellung von Dr. Knickenberg. Oder etwa doch? Er sprach über eine positive Bewältigung hoher Leistungsanforderungen. Burn-out entsteht durch übermäßige Belastung. Überlastung kann viele Ursachen haben. Eine Quelle sind ungelöste Konflikte. In einem Workshop wurde untersucht, wie Mediation präventiv eingesetzt werden kann, um so durch rechtzeitige Hilfestellung von außen eine Abwärtsspirale, an deren Ende eventuell Burn-out steht, verhindern zu helfen. Nicht nur die großen kritischen Lebensereignisse kippen die psychische Balance, sondern auch die täglichen Widrigkeiten im Privat- und Berufsleben – sollten diese chronisch auftreten und ungünstig bewältigt werden, so Lothar Schattenburg, Bad Neustadt. Äußerst schnell werden unter Stress ungünstige Gedanken und Gefühle unbewusst aktiviert und erschweren dadurch die Alltagsbewältigung ganz erheblich. „Für Eile habe ich keine Zeit“, so sein Credo zur Stressbewältigung im Alltag. „Seit vielen Jahren suchen immer mehr Menschen aus dem musischen und medizinischen Bereich Unterstützung auf ihrer Suche nach einem Weg, mit den Hochleistungsanforderungen umzugehen, die ihr Beruf an sie heranträgt“, erläuterte Dr. Knickenberg zusammenfassend. „Dies haben wir zum Anlass genommen, unser diesjähriges Symposium dem Thema ‚Burn out’ zu widmen. Insbesondere der Wissenschaftliche Beirat hat mit seinen kreativen Ideen und seiner großen Unterstützung bei der Erstellung des Programms diese Tagung erst möglich gemacht.“+++
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