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Schwerpunktprojekte für Dorferneuerung vorstellt - 1.820.000 Euro für Gemeinde

23.07.10 - Sandberg - In der Auftaktversammlung zur Dorferneuerung in der Gemeinde Sandberg wurden die anwesenden Bürgern über die formellen und rechtlichen Rahmenbedingungen aufgeklärt, die notwendiger Weise eingehalten werden müssen, um die vollen staatlichen Zuschüsse für öffentliche wie private Maßnahmen zu erhalten. Außerdem wurden die Schwerpunktprojekte in den einzelne Ortsteilen und die finanziellen Rahmenbedingungen vorgestellt.

Bürgermeister Detlef Beinhauer konnte vom Amt für ländliche Entwicklung Jürgen Eisentraut begrüßen, vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten war Herbert Kraus anwesend und vom Landratsamt Rhön-Grabfeld Georg Hansul. Jürgen Eisentraut stellte zunächt die Gebietsabgrenzung der Dorferneuerung vor, wobei in allen Gemeindeteilen die Neubaugebiete ausgenommen sein werden. In Sandberg wird das Verfahrensgebiet den kompletten Altort umfassen. Die vorrangigen Maßnahmen werden die Neugestaltung der Alten Schule und des Bauhofs, das Kirchenumfeld und die Kreuzbergstraße umfassen.

ZUM FOTO: Sandberg vom Kreuzberg aus gesehen. Bis auf die Neubaugebiete wird der gesamte Ort in das Verfahrensgebiet der Dorferneuerung einbezogen. Foto: Eckert

In Langenleiten wurde weitaus mehr Feldflur einbezogen, um auch hier Möglichkeiten einer unkomplizierten Neuordnung zu ermöglichen. Die Schwerpunkte im Ort liegen auf dem Umbau der alten Schule mit Festplatz, der Umgestaltung des Kirchenvorplatz und des Dorfangers. Ebenso wurden in Schmalwasser einige Wiesenflächen in das Verfahrensgebiet aufgenommen. Schwerpunkte der Dorferneuerung sind die Salzforststraße mit Neuordnung der Grünfläche in der Ortsmitte, die Anlage eines Wandererparkplatzes und die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses, möglicherweise mit Einrichtung eines Dorfladens. In Waldberg seien die Flurstücke geschickter angeordnet als in den anderen Gemeindeteilen, so dass hier eine Abgrenzung klarer möglich sei. Schwerpunkte der Dorferneuerung wird die Dorfstraße mit Dorfanger, der Kirchplatz und das Pfarrhaus werden.

In Kilianshof fand bereits eine Dorferneuerung statt, so dass hier außer der Gestaltung von Grünflächen beim Dorfplatz und an der Trafostation keine weiteren Projekte anfallen werden. Eisentraut hatte auch schon einige Zahlen mit gebracht. Die Förderobergrenze für die gesamte Gemeinde liegt bei 1.820.000 Euro, davon sind 1 Million zweckgebunden für Gestaltungsmaßnahmen. Jeweils 300.000 Euro entfallen auf den Ortsteil Sandberg, Waldberg und Langenleiten, für Schmalwasser bleiben 100.000 Euro. Die beiden kleineren Maßnahmen in Kilianshof werden aus dem Restbudget beglichen. 260.000 Euro sind für Hochbaumaßnahmen vorgesehen, schwerpunktmäßig für den Umbau der alten Schule in Langenleiten zum Dorfgemeinschaftshaus, den Umbau des Dorfgemeinschaftshaus in Schmalwasser und dem Umbau des Pfarrhauses in Waldberg. Maximal sind 100.000 Euro pro Objekt an Fördermitteln möglich. Die restlichen 560.000 Euro stehen allen Ortesteilen zur Verfügung, wobei 364.000 Euro für Planungskosten, Bauleitung, Bodenneuordnung, Beratung der öffentlichen und privaten Bauherren und den laufenden Betrieb benötigt werden.

Die Förderung von 1.820.000 Euro entspricht einer Förderquote von 50 Prozent, was bedeutet, dass die Gemeinde Sandberg in den nächsten zehn Jahren ebenfalls diese Summe aufbringen muss. Die Teilnehmergemeinschaft wird keine Kosten auf die Bürger umlegen. Die Gemeinde wird und muss allerdings bei Sanierungen im Straßenraum gemäß der Straßenausbausatzung ein Umlage vornehmen. Jürgen Eisentraut machte aber deutlich, dass der Bürger von der 50prozentigen staatlichen Beteiligung direkt profitiert. Die ohnehin notwendigen Kosten für eine Sanierung der Straßen und Gehwege, die in den Walddörfern in keinem guten Zustand und in den nächsten Jahren zur Erneuerung fällig werden, werden durch den Zuschuss der Dorferneuerung halbiert. Durch ein Sonderprogramm des Freistaat Bayern kommt die Gemeinde Sandberg, als finanzschwasche Gemeinde, in den nächsten drei Jahren zudem in den Genuss von weiteren zehn Prozent Zuschuss, für die Verbesserung von Ortsbildprägenden Maßnahmen und die Verbesserung des Wohnumfeldes. Der Gemeinderat habe beschlossen in Waldberg mit der Sanierung der Premicherstraße zu beginnen, da es sich hier um eine Gemeindestraße handle, könne zügig geplant und der zusätzliche Zuschuss abgerufen werden. Bei allen anderen Ortsdurchfahrten handle es sich um Kreis- oder Staatsstraßen, so dass die Gemeinde auf weitere Partner angewiesen sein wird.

Eisentraut erläuterte den weiteren Verlauf des Verfahrens. Ziel sei bis Oktober die Anordnung der Dorferneuerung vorliegen zu haben, dann werde eine Vorstandschaft gewählt, in der aus jedem Ortsteil ein Vorsitzender und jeweils ein Stellvertreter sowie Jürgen Eisentraut und Bürgermeister Beinhauer vertreten sein werden. Dann können die Planungen konkretisiert werden, so dass nach Ostern 2012 der Baubeginn der ersten Maßnahmen möglich sein müsste. (me) +++


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