20.07.10 - Bad Neustadt - Kaum eine Woche nach dem bayerischen Landesvater Horst Seehofer hat Wirtschaftsminister Martin Zeil das Siemens-Werk in Bad Neustadt besucht. Sein Credo: „Zukunftsinvestitionen stärken die Region Bad Neustadt.“ Er informierte sich über den begonnenen Ausbau des Siemens Werkes zum Innovations- und Technologiezentrum für Niederspannungsmotoren und mechatronische Lösungen in Bad Neustadt. Werkleiter Michael Frank führte den FDP-Politiker durch die Hallen. Dabei erklärte er, dass der Standort der Division Drive Technologies umfangreichen Änderungen unterworfen wird, da Siemens in den kommenden zwei Jahren sein Niederspannungs-Motorengeschäft neu ordnet. Mitte Mai hatte sich die Unternehmensleitung und die Arbeitnehmerseite auf einen Interessenausgleich mit einem umfangreichen Paket von Maßnahmen verständigt, um die geplante Umstellung der Produktion so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Zeil freute sich, dass sich Siemens der Verantwortung für den Standort gestellt habe.
Der versprochene Ausbau und die von Siemens angekündigten Investitionen in ein Innovations- und Technologiezentrum für Synchronmotoren schreiten voran. „Ich freue mich, dass Siemens damit 100 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze schafft. Auch wenn die vergangenen Monate schwierig waren und noch nicht alle Probleme beseitigt sind, bin ich froh, dass sich der Dialog zwischen Staatsregierung und Siemens gelohnt hat.“
ZUM BILD: Wirtschaftsminister Martin Zeil bekam bei seinem Besuch des Siemens-Werkes ein Geschenk von der Jugendvertreterin Ann-Kathrin Streit. Foto: Partl
Siemens investiere am Standort Bad Neustadt in die Marke ‚Made in Germany’ und setze damit ein wichtiges Signal. „Ich begrüße es sehr, dass damit das vorhandene technologische Know-how in Bad Neustadt erhalten und ausgebaut wird. Die gute Zusammenarbeit der Staatsregierung mit allen Beteiligten vor Ort und in der Region hat sich bewährt“, so Zeil. Im Zusammenhang mit dem Ausbau zum Innovations- und Technologiezentrum will Siemens künftig unter anderem auch Komponenten für Windturbinen entwickeln und dem Standort damit eine zusätzliche Perspektive eröffnen. Das Engagement bei erneuerbaren Energien adressiert einen sehr dynamischen, weltweiten Wachstumsmarkt.
Befriedigt stellte der bayerische Wirtschaftsminister nach dem Rundgang fest, dass sich das bisher Erreichte wohl sehen lassen könne. Der Freistaat Bayern nehme solche Situationen ernst. Es sei nun wichtig, die Kompetenzen in Bad Neustadt zu bündeln. „Ich bin sehr beeindruckt, was ich hier gesehen habe“, erklärte der Minister. Das Bekenntnis von Siemens zum Standort Bad Neustadt sei in Gesprächen mit Peter Löscher deutlich geworden. „Wir vertrauen darauf.“ An den Betriebsratsvorsitzenden Bernhard Omert gewandt bedankte sich Zeil für den großen Einsatz im Kampf um die Arbeitsplätze. „Ich danke Ihnen, wie sie sich auch in die Gespräche eingebracht haben. Insgesamt stehen die Zeichen heute gut.“ Dank der bislang getroffenen Vereinbarungen könne man sehr optimistisch in die Zukunft schauen.
Michael Frank, Werksleiter Motion Control unterstrich: „Wir gehen in Bad Neustadt den technologischen Wandel aktiv an und richten den Standort strukturell auf die Zukunft aus. Unsere Mitarbeiter in Bad Neustadt leisten mit ihrem technischen Know-how einen wichtigen Beitrag für die Innovationskraft der Siemens AG und damit auch für den Freistaat Bayerns.“
Die Auftragsbücher seien derzeit voll, so Frank. Es gebe keinen Anlass zur Sorge. Mit der Zusage von 100 neuen Arbeitsplätzen sind die Grundlagen geschaffen für Fortschritt und technologische Entwicklung, freute sich Zeil. Natürlich seien Lösungen gefunden wurden, klinkte sich Omert ins Gespräch ein. Doch jetzt gelte es, weiter im Gespräch zu bleiben, um das Konzept der Elektromobilitätsstadt Bad Neustadt zu forcieren. Omert sprach nach wie vor von einem „Zwischenschritt“. „Wir wollen, dass die Politik auf die weitere Entwicklung bei Siemens aufpasst“, unterstrich er nachdrücklich. So richtig zufrieden sein könnten weder er noch die Mitarbeiter. Die Unsicherheit bleibe, auch wenn die derzeit gute Konjunktur ein Stück weit weiter helfe. Die Stimmung untereinander seit momentan in der Belegschaft etwas besser, was vielleicht mit einem gewissen Gewöhnungseffekt zu tun habe. Die Auseinandersetzungen dauern ja schon fast ein halbes Jahr an.
Zum Abschluss seines Besuches beim Brender Siemens-Werk erhielt der bayerische Wirtschaftsminister aus der Hand von Jugendvertreterin Ann-Kathrin Streit ein Motor-Drehteil mit dem Hohntor-Motiv aus der Lehrwerkwerkstatt von Siemens. Als Buchstütze für die Bad Neustadt-Ordner im Münchner Wirtschaftsministerium soll der Name Bad Neustadt dort nie mehr vergessen werden. (ger) +++
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