 | | Grüne Klassenzimmer Der Architekt des Grünen Klassenzimmers Stephan Neumahr (rechts) erläuterte den Gemeinderäten die Materialien, die zum Einsatz kommen sollen. Foto: Marion Eckert |
| 24.07.10 - Oberelsbach - Das Grüne Klassenzimmer ist im Augenblick das Großprojekt, in der Gemeinde Oberelsbach. Bürgermeisterin Birigt Erb berief eigens eine Gemeinderatsitzung ein, in der es ausschließlich um die Vorstellung der Materialkonzeption ging. Zunächst verwies die Bürgermeisterin auf die Notwendigkeit, dass der vorgegebene Kostenrahmen von 4,75 Millionen Euro unbedingt einzuhalten sei. Aus diesem Grund werden auch alle Gewerke im Jahr 2010 zur Ausschreibung kommen und ausgewertet werden, so dass ein flexibles und rechtzeitiges Reagieren im Hinblick auf die Kostenentwicklung sicher gestellt werden könne. Sie informierte den Marktgemeinderat darüber, dass bereits im Vorfeld eine formlose Markterkundung stattfand, um leistungsfähige Firmen zu ermitteln,die an der beschränkten Ausschreibung beteiligt werden können. Ziel sei es nämlich, vorrangig die regionalen Anbieter bei der Ausschreibung zu beteiligen. Dies werde allerdings bei Gewerken, die eine besondere Fachkunde beziehungsweise Leistungsfähigkeit erfordern, wie beispielsweise Zimmer- und Holzbauarbeiten nicht immer möglich sein.
Noch im August wird die Ausschreibung für die Rohbauarbeiten und die Aufzuganlage vorgenommen. Als Bauzeitraum wird der 30. August bis 26. November diesen Jahres vorgesehen. Der Rohbau erfolgt je nach statischen Anforderungen in Stahlbeton und Trockenbauweise. Die Zimmerer- und Holzbauarbeiten werden im September ausgeschrieben. In Holztafelbauweise werden die beiden Rundlinge, das erste und zweite Obergeschoss erstellt. Die Bauausführung ist für die Zeit vom 1. März bis 11. April 2011 vorgesehen. Mit dem Gemeinderat wurden die weiteren Gewerke im Einzelnen durch gesprochen. Teilweise lagen Materialien zur Ansicht vor, so dass eine umfassende Entscheidungsfindung für das Gremium möglich war. Das Dach des Erdgeschoss wird eine intensive Begrünung bekommen. Das Dach des Rundlings hingegen wird nicht begrünt sondern mit Bitum abgedeckt. Allerdings bleibt die Möglichkeit offen später eine Solaranlage nach zurüsten. Die Mensa, das Foyer, die Unterrichts- und Aufenthaltsräume werden mit Industrieparkett ausgelegt. Die Treppe mit Feinsteinfliesen. Gefliest werden auch die Badezimmer in den einzelnen Übernachtungsräume, die Zimmer selbst bekommen Linoleum-Fußböden. In der Küche werden Fliesen verlegt, den Wirtschaftsräumen wird entsprechender Betonboden eingebracht. Im Bereich der Logien wird eine Rolladen- und Sonnenschutzanlage eingebaut. Die Verglasungsarbeiten werden in Pfosten-Riegel-Form vorgenommen. Wobei vor allem der Innenhof und die Cafeteria mit großzügigen Glasfronten versehen sein wird.
Auf das Thema Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro wurde nicht näher eingegangen, hierfür wird es mit dem zuständigen Ingenieurbüro einen gesonderten Sitzungstermin geben. Auch über die eigentliche Innenausstattung wurde im Detail nicht gesprochen, zur Möbelierung wird es eine weitere Sitzung geben. „Funktional und bezahlbar“, ist aber das gesteckte Ziel der Bürgermeisterin. Klar ist allerdings schon, dass die Türen aus Holz sein werden. Durch die Massivholztafelbauweise erübrige sich auch die Frage nach Tapeten oder Anstrichen in den Zimmern, da vorrangig Sichtholz zum Einsatz komme. Dennoch benötige das Grüne Klassenzimmer ein Farbkonzept, das jedoch auch noch zu erarbeiten sein wird, und in dem dann auch die Farbgestaltung der Putzflächen im Erdgeschoss beinhaltet sind. Die Außenfassade bekommt eine Holzverkleidung in Lärchenholz, die silber-grau lassiert wird. Großer Wert wird bei der Planung des Grünen Klassenzimmers auf Behinderten gerechte Ausstattung gelegt. So werden die Türgriffe und Lichtschalter nicht auf 1,20 Meter sondern auf 90 Zentimeter Höhe angebracht, um für Rollstuhlfahrer gut erreichbar zu sein.
Ein Aufzug ermöglicht den Barriere freien Wechsel in den verschiedenen Ebenen. Es wird in jedem Geschoss zwei Behinderten gerechte ausgestattete Zimmer geben mit den entsprechenden sanitären Einrichtungen geben. Im Bereich der Mensa, des Foyers, der Schulungs- und Klassenzimmer wird eine Induktionsschleife gelegt, die Gehör geschädigten die Übertrag in Hörgeräte möglich macht. Die Gestaltung der Außenanlage wird von einem Landschaftsarchitekt übernommen, auch diese Planungen werden erst zu einem späteren Zeitpunkt dem Gremium vorgetragen. Der Termin für die Grundsteinlegung, die von Staatsminister Söder vorgenommen wird, wird am 17. September stattfinden. +++me
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